Schon lange nichts mehr von mir hören lassen – hatte viel zu tun. haha 🙂
So konstant war ich noch nie. Immer wieder fehlte nur ein kleines Stück um es aufs Podium zu schaffen – bis es dann endlich in Flachau reichte. Einer der schönsten Tage meiner Karriere. In Österreich am Podium zu stehen, vor diesem Publikum, mit dieser Stimmung – das war einfach unbeschreiblich. Es fühlte sich an wie ein Traum. Genau wie dieser große Traum, den man als Sportlerin in sich trägt: einmal bei den Olympische Winterspiele eine Medaille zu machen.
Mit diesem Gefühl ging es für mich weiter nach Cortina d’Ampezzo.
Der Teambewerb stand an. Conny und ich – „Bauer-Power“ – gemeinsam am Start. Gemeinsam kämpfen, gemeinsam alles riskieren. Am Ende wurde es Platz fünf. Dieser eine Platz, der sich einfach nicht richtig anfühlt. Weil man weiß, dass mehr möglich gewesen wäre.
Umso mehr freute es mich, dass meine beste Freundin Kathi mit Ari die Goldmedaille machte. Man spürte ihren Teamspirit von außen – dieses Vertrauen, dieses Miteinander, genau das, was man braucht, um Großes zu erreichen. Es war das schönste Gold, das ich je gesehen habe. Und ich habe mich von Herzen mitgefreut.
Für mich ging es danach nochmal nach Hause. Ein paar Tage Pause. Durchatmen. Versuchen, die Gedanken zu ordnen und mich auf den Slalom vorzubereiten.
Ich hatte schwierige Tage hinter mir. Ich war von mir selbst enttäuscht und kämpfte mit Selbstzweifeln. Ich wusste teilweise nicht, wohin mit meinen Gedanken. Ich fühlte mich leer und kaputt. In solchen Momenten merkt man, wie wichtig die Menschen um einen sind. Ich bin unendlich dankbar, dass ich Personen an meiner Seite habe, die mich auffangen. Aber manchmal heißt es einfach durchbeißen und dranbleiben. Der nächste Renntag stand schon wieder am Programm. Es wurde wieder der fünfte Platz.
Ja, es wäre definitiv möglich gewesen, eine Medaille zu machen – wäre ich in manchen Passagen schlicht und einfach besser Ski gefahren. So ehrlich muss man sein. Aber genau das ist Sport. Schön und bitter zugleich.
Die Olympischen Spiele sind vorbei. Und sie haben mir alles gegeben – Freude, Stolz, Enttäuschung, Zweifel und Motivation.
Jetzt freue ich mich auf eine kleine Auszeit, bevor es zurück an den Ort geht, an dem ich meinen ersten Weltcupsieg feiern durfte.
Und zum Schluss: DANKE an meine Familie. Ihr wart wie immer vor Ort, habt mitgelitten, mitgehofft, mitgejubelt. Ohne euch wäre ich nicht da, wo ich bin.